Plan B December 12th, 2008

Heute Morgen gegen 11 Uhr kam (wie jeden Tag) die “CHECKOUT WAS AT 10!” Dame ins Zimmer. Dieses mal konnte ich aber nicht mit “i’m staying another night” antworten, weshalb ich ein etwas sehr optimistisches “i’m leaving in 15 minutes” von mir gegeben habe.

Danach bin ich ins Bad, habe mir mit zwei Stück Einwegrasierer alle Haare aus dem Gesicht gekratzt (das alleine ging schätzungsweise eine schmerzhafte halbe Stunde, aber mit einem Zweiwochenbart sehe ich nicht aus wie jemand, den man in seinem Auto mitnimmt, deshalb musste das sein), den restlichen Whiskey aus dem Flachmann als After Shave benutzt und mich unter die heisse Dusche gestellt. Das zusammenpacken meines Krams nahm dann nochmals ein grosses Stück Zeit in Anspruch, so dass die Rezeptionistin ein weiteres mal auftaucht, diesmal aber den fast fertig gepackten Rucksack sieht und wortlos wieder geht.

Tommy, ein Amerikaner der in der Kellerbar des Hostels arbeitet, hat “Crime and Punishment” von Fyodor Dostojewski an der Rezeption hinterlegt, ich hab ihm dafür gestern “Into the wild” von J. Krakauer gegeben.

Hitchwikis Instruktionen folgend habe ich mich in der Nähe der Metro-Haltestelle Opatov an den Strassenrand gestellt, zuerst ohne Schild, etwas später (eine Pizza und eine Portion Chicken Süss-Sauer in einem Restaurant bei der Metrostation später, um genau zu sein) habe ich mir dann auch noch ein Schild gebastelt. Leider hatte ich kein Glück und es hielt längere Zeit niemand an. Mittlerweile habe ich gemerkt, dass ich die Beschreibung von Hitchwiki nicht korrekt im Kopf hatte und darum nicht gerade am besten Ort stand. Heute hat es ausserdem zum ersten mal geschneit seit ich in Prag bin, was das warten an der Kälte nicht gerade angenehmer machte. Ich gab also wiedermal auf und sitze jetzt im warmen Starbucks und recherchiere Bus- und Zugverbindungen nach Warschau.



5 Responses to “Plan B”

  1. july Says:

    hey claudia! hier einfach ein kleiner tip. obwohl ich tips von anderen “reisenden” bisweilen selbst verachte wie der teufel das weihwasser. aber ich hab auch schon so manche strecke per anhalter zurückgelegt (v.a. in australien und asien) es hat sich jeweils gezeigt, das es sinn macht,sich an gewisse regeln zu halten.

    regel nr. 1: gib NIE auf. das ist jeweils mein credo bim hittchen. egal, wie lange es dauert (und glaub mir, es hat schon verdammt lange gedauert) ich geb nicht auf ehe ein auto hält. womit wir bei regel nr 2 wäre

    regel nr 2: es hält immer irgendwer. die anzahl meiner versuche ist deckungsgleich mit meinen lifts (geduld ist das motto)

    regel nr 3: es gibt keine guten und keine schlechte plätze zu hitchen. ich hab schon lifts an völlig unmöglichen oren gekriegt und mir schon die bene in den bauch gesanden an orten die mir von jedermann (auch von diesen scheiss büchern etc…) als “hotspot” gepriesen wurden.

    regel nr 4: glaube an dich, und auf einmal geht es von allein

    das anfängliche problem, womit jeder hitcher konfrontiert ist, ist immer dasselbe. man gibt auf, weil man sich nach gewisser zeit einfach saudumm vorkommt so mit hochgerecktem daumen am strassenrand zu stehen und beginnt, zu rationalisieren. miener ansicht nach ist per das “autostöppeln” per se eine derart irrationale und jeder logik entbehrende art der fortbewegung, dass die einzige wahrheit oder regel,die allgmeine gültigkeit besitzt eben diese ist, dass es keine regel/logik gibt. just keep on trying würde wohl ein waschechter ami sagen. und für einmal, bleibt mir nichts, als mit ihm einherzugehen.

    happy trails und gruss aus der schweiz

  2. Claudio Says:

    Merci.. Ja tatsächlich hätte ich etwas mehr Durchhaltewillen zeigen können, schon in Dresden. Allerdings ISTS SAUKALT und mein Rucksack wird auch nicht leichter. Irrational find ichs eigentlich nicht, und das mit dem blöd vorkommen hatte ich jeweils nur am Anfang, so die ersten 2 Minuten.
    Was mich heute etwas entmutigt hat, ist dass ich kein einziges polnisches Auto sah. Und da ich die Lastwagen wohl zeitlich (und auch von der Strassenwahl her, denke ich) verpasst habe, habe ich mir dann überlegt “wer zur hölle soll bitte an nem freitag nachmittag von prag nach warschau wollen?”..

    So jetzt sitze ich also noch hier im Starbucks, habe rausgefunden dass Busse Tage im Voraus gebucht werden müssen. Werde also den Zug nehmen. Das dauert 8.5h. Nun denn…

    ah, und noch was: Ich heisse Claudio, nicht Claudia ;)

    Kenne ich dich eigentlich? :)

  3. july Says:

    …..naja, da muss ich mich wohl vertippt haben..:-) weisst ja wie das ist, in der hitze des gefechts.
    kennen ist übertrieben. wir haben uns nur 2mal gesehen. einmal box, einmal bei euch (abschiedsparty) bin mit cedicedi in einer klasse…..also nochmals: gruss nach prag, und trotze dem sturm!

  4. Claudio Says:

    Ahja, jetzt macht dein Name Sinn ;) Der Söndi..

  5. cedi Says:

    nöd schlecht, de söndi isch en erfahrene maa hä. guet vomene söndi cha mer da au erwarte. und jawohl, a dini party chumi natürli au :-) du hesch recht, do mue mer natürli prioritäte setze.

    claudio, also d’söndis sind sich einig: ufgeh hemmer jetzt no nie. und da us folgendem grund: es isch nämli no immer gange. dass da au no gseit wär.

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Über den Autor

Claudio M. Mettler

Mein Name ist Claudio M. Mettler. Ich bin 26 Jahre alt.

Seit Dezember 08 bin ich auf Reisen und möchte nicht mehr zurück ins normale Leben.

Hier dokumentiere ich meine Abenteuer und den Reisealltag.

Mein Zuhause im Cyberspace ist Ponyfleisch.ch