Tallinn, Helsinki 21. Dezember 2008

Die Busstation in Tallinn war etwas ausserhalb und mein iPhone fand kein Wireless LAN in der Nähe, also lief ich einfach dort hin, wo die meisten Menschen hinliefen. So kam ich dann irgendwann in der Altstadt an, stellte mich vor die erstbeste Bar, packte mein iPhone aus, fand ein Wireless LAN und fragte Google Maps nach dem nächsten Hostel. Es ist wirklich zu einfach mit all dem neumodischen Schnickschnack.

Tallinn ist wirklich schön. Das gilt für die Häuser und die Mädchen gleichermassen. In letzterem schlägt es sogar Warschau. Auch positiv war, dass mich die Hostelrezeptionistin erst angekläfft hat, als ich den Schlüssel zurückbrachte. Kein Zimmerbesuch mit Hinweis auf die checkout time. Aber etwas verärgert war sie schon. “YOU WERE SUPPOSED TO CHECK OUT AT 12.” (es war 15 Uhr). “Yeah. I somehow forgot…”

Von Tallinn nach Helsinki gibts verschiedene Fährlinien, die in der Zeitdauer und im Preis varieren. Die billigste kostete ca. 30 CHF und brauchte 3.5 Stunden. Dafür hätte die schnellste Linie ein Schiff namens “Baltic Princess”, was doch hervorragend geeignet wäre für ein T-Shirt: “I rode the baltic princess” (Rückseite: “but i then i realized it was a ship, so i stopped.”). Ich hab mich für die langsame Variante entschieden.

Auf der Fähre nach Helsinki...

Da ich nicht wusste, ob es auf der Fähre etwas zu kaufen gibt, habe ich meine letzten Estnischen Kronen im Shop im Hafenterminal ausgegeben (für eine Dose Fanta). Die Fähre habe ich mir als schäbiges kleines Schifflein mit maximal einer Kaffee-Bar vorgestellt. Ich könnte falscher nicht gelegen haben. Spielautomaten, ein Pub mit Karaoke, eine Bar mit Live-Musik, etwa zwei Restaurants und ein Supermarkt (wirklich! Mit Einkaufswagen und mehreren Kassen) befanden sich auf dem Schiff. Die Passagiere waren hauptsächlich betrunkene junge und tattrige alte Finnen, die in Tallinn günstig gegessen haben und jetzt noch günstig Alkohol im Schiffssupermarkt einkaufen (für den Transport hatte der eine oder andere einen Handwagen dabei).

Das war furchtbar. Ich habe aber entschieden dass ich mich noch zurückhalte mit einem abschliessenden Urteil über die Finnen.

Bert holte mich am Hafen ab und wir machten uns mit Metro und Bus auf den Weg zu ihm nach Hause. Als wir aus der Metro stiegen, beobachteten wir, wie auf der gegenüberliegende Seite ein Finne in der Türe der Metro klemmte (Körper aussen, ein Bein und ein Arm in der Türe eingeklemmt) und rumwinkte (er hat auch etwas gerufen). Das schien aber den Zugführer nicht zu stören und die Metro setzte sich in Bewegung bevor sie dann nach ein paar Metern doch noch anhielt. Ein paar Meter weiter wäre der Klemmfinne gnadenlos in eine Absperrung geknallt. Man merke: In Finnland schauen die Zugführer nicht in den Rückspiegel bevor sie losfahren, und ob die Türen geschlossen sind oder nicht wird auch nicht überprüft. Die Spinnen, die Finnen.

Bloss mit niemandem reden. Danke, Hamburgerfrau.

Etwas später habe ich noch etwas essentielles gelernt: In Finnland tut man Knoblauch in die Hamburger rein. Richtig viel Knoblauch. Ich stand dann also später in einem Club, schaute ein Jazzkonzert (15 Euro), traute mich nicht auszuatmen und versuchte den Mundgeruch mit 5 Euro-pro-4-dl Bier runterzuspülen. Das war der richtige Moment für ein abschliessendes Urteil. Ich mag Finnland nicht. Die Spinnen, die Finnen.



2 Kommentare zu „Tallinn, Helsinki“

  1. Baldi sagt:

    Dito
    Wobei das Rockkonzert, dass ich in Helsinki gesehen hab war geil! Nur war das eine schwedische Band…

  2. Claudio sagt:

    Claudio! Dein Urteil über die Fähre überrascht mich doch! Hast du das Irish Pub nicht gesehen??? ;-) War die vergangenen Monate zwei Mal auf der baltischen See unterwegs … also vier Mal “eine Seefahrt, die ist lustig…”

    Reis guät! Claudio.

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Über den Autor

Claudio M. Mettler

Mein Name ist Claudio M. Mettler. Ich bin 26 Jahre alt.

Seit Dezember 08 bin ich auf Reisen und möchte nicht mehr zurück ins normale Leben.

Hier dokumentiere ich meine Abenteuer und den Reisealltag.

Mein Zuhause im Cyberspace ist Ponyfleisch.ch