2009 13. Januar 2009
Fast hätte ich vergessen, dass Silvester ja nicht nur ein Grund zum trinken, sondern auch der Anfang eines neuen Jahres ist.
Während die meisten Leute mit zunehmendem Alter immer weniger an Vorsätze glauben, war meine Erfahrung letztes Jahr überaus positiv. Und das, ohne dass ich bestimmte Vorsätze hatte.
Am 1. Januar 2008 wachte ich ohne Zigaretten und mit einem Kater in der Wohnung in St. Gallen auf, in der ich 3 Monate später selber wohnte. Auf dem Weg nach Hause lief ich an einem Kiosk vorbei, und überlegte mir, ob ich Zigaretten kaufen soll. Ich habe mir nicht vorgenommen, am Silvester mit dem Rauchen aufzuhören, aber ich wollte in der (fernen) Zukunft gesünder Leben und Sport treiben. Der Moment schien passend, und so habe ich seit da nicht mehr geraucht.
Interessanterweise habe ich im Sommer 2008 nicht nur geschafft, Sport zu treiben, sondern ich hatte auch noch Spass dabei. Ich bin mit dem Mountainbike in die Berge von Graubünden und ins Tessin, auch wenn ich dabei meist kläglich versagt habe und das Bike öfters gestossen denn gefahren habe. Ich fuhr an meinen freien Mittwochen mit dem Bike nach Winterthur oder im gröbsten Gewitter ins Appenzellerland. Ich besuchte Probetrainings in Kickboxing und anderen Kampfsportarten (ebenfalls etwas, worin ich nicht speziell talentiert bin, was mir aber nichts ausmacht) und war kurz davor mich für eine Art zu entscheiden, die ich dann intensiv trainieren würde.
Innerhalb eines Jahres hat sich meine Einstellung in so vielen Angelegenheiten verändert, dass ich mir selber noch immer nicht ganz traue. Manchmal führt das zu unvorhergesehenen Konsequenzen.
Und so bin ich nun, 4 Monate nach einer Ereigniskette, die durch obenerwähntes Gewitter und mein altes Telefon ausgelöst wurde, in China. Und China ist erst der Anfang. Vor einem Jahr noch hätte ich eine Panikattacke bekommen, wenn ich mir nicht absolut sicher sein konnte, dass sich im näheren Umfeld eine Pizzeria befindet. Und nichts war mir lieber als der Komfort meines eigenen Bettes, gefolgt von einer Dusche in meiner Dusche.
2008 war allerdings alles andere als perfekt, was auch dazu beigetragen hat, dass ich mich meinem Leben in St. Gallen entzog. Es gab Ereignisse, über die ich mich einerseits amüsiere, andererseits noch immer erstaunt über meine eigene Unfähigkeit bin. Ich bin mir aber sicher, dass die Erinnerungen längerfristig als amüsant gelten und irgendwann in einem unterhaltsamen Text dokumentiert werden müssen.
Für mich ist 2008 das Jahr, in dem ich Sport entdeckt habe und mich dann auf gemacht habe, die Welt zu entdecken. Für das nächste Jahr habe ich nur einen, sehr allgemein verfassten Vorsatz:
2009 werde ich mich noch mehr weiterentwickeln.
13. Januar 2009 um 14:58 Uhr
Wow, jetzt hast du aber wirklich mit dem ’selbstfinden’ angefangen! Krass!
15. Januar 2009 um 04:51 Uhr
da isch doch mol geile stoff