Feuerwerk 28. Januar 2009
Pünktlich zum Anfang des chinesischen neuen Jahres, welches die Chinesen eine Woche lang feiern, sind alle Chinesen zu ihren Familien heimgekehrt und alle amerikanischen, britischen, südafrikanischen und kanadischen Englischlehrer aus ganz China (und Korea) nach Beijing gereist.
Im Hostel war also plötzlich viel mehr Betrieb als zuvor, während die Stadt an sich ruhiger wurde. Am Sonntag Nachmittag so gegen 16:00 war also ein Brite namens Shawn mit seiner Freundin im Hostel. Shawn war betrunken wie man es von einem Briten erwarten würde, was eine exzellente Sache war, denn er hat angefangen mit allen, die im Restaurant des Hostels waren zu sprechen und so eine ordentliche Truppe versammelt. Auch ich hab irgendwann mal meinen Laptop aufs Zimmer gebracht, mich in die Runde integriert und ein paar interessante Leute kennengelernt.
Gegen Mitternacht haben sich Fraktionen der Megatruppe nach draussen begeben um den Chinesen beim Feuerwerkeln zuzuschauen. Ich weiss jetzt in etwa, wie sich Krieg anhört. Auf dem Parkplatz neben dem Hostel sind im Abstand von 20 Sekunden Autoalarmsysteme losgegangen. Nach einiger Zeit sind einige von uns wieder zurück ins Hostel, Shawn (er konnte erstaunlicherweise noch laufen) und andere zur Sanlitun Strasse, wo all die Bars und Leute waren.

Das ist keine optische Täuschung. Was man in der Schweiz als Weiberfürze kennt, haben die Chinesen in einer etwas grösseren Version. Die müssen wohl was kompensieren...
Nach ein paar weiteren Bieren und Gesprächen im Hostel, das vollgepackter war als je zuvor, sah ich dann, wie Shawn mit der Ambulanz angeliefert wurde und von seinen Freunden ins Hostel getragen wurde. Anscheinend kann auch ein Brite nicht unendlich viel trinken.
Später haben mir dann die Südafrikaner erzählt, dass Shawn über eine Kiste mit Feuerwerk gestolpert ist und sich dabei zwei Zähne ausgeschlagen hat. Wir fanden das enorm lustig.
Heute Abend gehe ich nun endlich weiter nach Shanghai.
