Adios Vietnam February 26th, 2009
Morgen gehts auf den Bus von Sapa im Norden Vietnams in Richtung Laos. Ein guter Zeitpunkt für eine Zusammenfassung meiner Vietnam-Erlebnisse seit dem letzten Eintrag. Bitte verzeiht mir, dass ich nicht alles was ich erlebe dokumentieren will und versteht, dass im Blog nur ein Teil der Geschehnisse niedergeschrieben werden.
Vietnam ist sehr touristisch, was im allgemeinen heisst:
- Es ist einfach, Leute aus aller Welt kennen zu lernen
- Es ist einfach, Ausflüge, Aktivitäten, Touren etc. zu organisieren
- Es ist einfach, Unterkünfte und gutes Essen zu finden
- Die Reiseerlebnisse sind meistens nicht wirklich authentisch
- Abenteuer gibts nur a la carte, was etwas widersprüchlich ist
In Hanoi habe ich mich mit dem Gitarrenspieler, seinen Freunden und den Servierdamen des D-Max Kaffees angefreundet. Am Abend vor Valentinstag musste ich einer der Servierdamen versprechen, ihr Blumen und Schokolade zu bringen, was ich dann auch gemacht habe. Dafür habe ich ein paar Tage später einen schönen Spaziergang mit zweien der Damen am Hoan Kiem See in Hanoi gemacht:
Wenn man nach Hanoi kommt, gibt es vorallem zwei Orte, die man an den Wänden der Reiseagenturen, Hotels und Hostels sieht: Ha Long Bay und Sapa.
Da ersteres ein must-see ist und sehr schwierig ohne Tour zu machen, habe ich im Hanoi Backpackers Hostel eine 3 Tage/2 Nächte Tour gebucht, die mit ca. 70$ zu den teureren gehört, dafür aber keine Rentner-Kaffeefahrt ist. Eher das Gegenteil:
Das Stichwort dazu ist “Booze Cruise”. Dennoch war Ha Long Bay schön und eindrücklich. Auf Cat Ba Island haben wir Motorroller gemietet und Einheimische mit einem Volleyballfeld (betoniert, leider) gefunden, die wir zu einem Spiel herausgefordert haben.
Ha Long Bay ist wie erwartet ein typisches Tourismus-Ding. Zwischendurch ganz okay, aber definitiv nicht das Ziel meiner Rumtreiberei.
Sapa, ein kleines Bergstädtchen im Norden Vietnams ist für die ethnischen Minderheiten bekannt, welche in kleinen Dörfern um Sapa wohnen und ausserdem ein beliebter Ort für Trekking. Für Sapa kann man Touren aus Hanoi buchen, es ist aber anzuraten, einfach ein Zugticket zu kaufen und sich vor Ort zu organisieren. Da mir Anh (der Name geht auch für Männer), den ich im D-Max kennengelernt habe, empfohlen hat, auf den Fansipan (höchster Berg in Vietnam, 3143 Meter) zu steigen, habe ich mich vor Ort erkundigt und durch Zufall weitere Leute gefunden, die dieselbe 3-Tages-Tour machen wollten. Wir bezahlen also pro Person 52$ für einen Guide, einen Träger, Essen und Transport. Nicht nur die Szenerie war atemberaubend, auch das Wandern mit Händen und Füssen ist definitiv nichts für die Seniorensektion der Rheintaler Wanderfreunde. Mir hats aber Spass gemacht. Unterwegs haben wir eine andere Reisegruppe getroffen. Deren Guide ist nebenberuflich Zuhälter und wollte mir während dem Abstieg “Bumbum” verkaufen.
Der schöne Hut wurde leider auf dem Rückweg vom Winde verweht und liegt jetzt am Fusse des Fansipan. Ich nenne ihn deshalb “Günther Messner”.
Der Verlust meines Hutes hat mich auf eine sinnlose Idee gebracht: Ich könnte versuchen, auf meinen Reisen immer einen zur Gegend unpassenden Hut zu tragen. In der Praxis scheitert dieses Vorhaben aber an der Tatsache, dass es sehr schwierig ist, in Südostasien einen Riesen-Sombrero zu finden.
In Sapa kann man an jeder Ecke Motorroller mieten und damit die kleinen Dörfer in der Umgebung erforschen. Ich habe das zusammen mit Jordie aus Kanada gemacht und dabei gelernt, dass Motorroller sehr gut als Offroad-Fahrzeuge und sogar für Flussüberquerungen taugen.
Die Frauen der ethnischen Minderheiten rund um Sapa verkaufen handgemachte Decken, Kleider, Schmuck, Drogen und vieles mehr in den Strassen Sapas und sind ab und zu etwas penetrant.
Wir haben uns mit einer der Hmong-Frauen angefreundet und ihr sogar einen e-Mail und Facebook Account gemacht, damit sie die Fotos anschauen kann, die wir von ihr gemacht haben. Leider kann sie nicht Lesen und ist so auf ihren Sohn angewiesen.
Soviel zu meinem Vietnam-Aufenthalt. Obwohl ich hier noch mehr Zeit verbringen könnte und z.B. den Süden von Vietnam überhaupt nicht gesehen habe, möchte ich weiterziehen.
Morgen gehts nach Laos.



