Das Boot – Teil 1 April 6th, 2009

Über Luang Prabang und Vang Vieng möchte ich nicht zuviele Worte verlieren. Nicht dass die Orte uninteressant oder unspektakulär wären, aber für mich ging das Laos Abenteuer erst los, als ich die Sauf- und Drogen-Hochburg Vang Vieng verlassen habe.

In Vientiane habe ich mich mit Tero getroffen, den ich in der Transsibirischen Eisenbahn kennengelernt habe. Der junge finnische Koch war alleine unterwegs und wir haben entschieden, für eine Weile zusammen zu reisen.

Als wir eines Mittags ein Internet-Cafe verliessen, bemerkte ich einen Zettel an der Türe.

“Tero, we should buy a boat!”

Er sagte, dass dieses Plakat schon seit mehr als einer Woche überall in der Stadt hing und lief zur Tür hinaus. Tero hat meine Anmerkung schlicht nicht ernst genommen.

Am Abend haben wir uns in einem Büchertausch-Laden mit neuen Büchern versorgt und beim rausgehen springt mir wieder dieser Zettel ins Auge.

“Seriously, Tero. I want that boat.”

“Okay, i’m in. Call that guy.”

Mit Teros Telefon riefen wir Chris an, der uns mitteilte, dass das Boot leider vor einer Woche verkauft wurde und wohl auf dem Weg in den Süden ist. Er könne uns aber eine E-Mail mit den Kontaktinformationen der neuen Besitzer senden.

Unschlüssig über die Chancen, die Pohoda zu bekommen, haben wir uns vorgenommen, am nächsten Tag auch nach anderen Booten Ausschau zu halten. Boot-Shopping stand auf dem Tagesplan.

Von der Allwissenheit des Internets überzeugt, setzte ich mich also gegen Mittag in ein Internet Cafe/Coffee Shop und quetschte Google aus.

buy boat in vientiane

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Hoffnungslos. Von Chris war noch keine E-Mail gekommen.

Hinter mir sass eine Gruppe junger Backpackers an einem Tisch. Ich überhörte wie sie sich über Boote unterhielten.

“Excuse me, i just overheard you talking. Are you trying to buy a boat?”

“Yes, why?”

“Well, i’m too.”

Tero lief am Internet Cafe vorbei, ich rief ihn herein zu den anderen.

Die Gruppe bestand zuerst aus einem Briten, einem Amerikaner, einem israelischen Paar und einem Deutschen. Der Deutsche verschwand plötzlich und auch die Israelis zogen sich zurück, haben aber den Schlüssel für ihren gemieteten Motorroller hinterlassen. Zurück blieben Josh der Amerikaner, Andy der Brite, Tero und ich.

Andy hatte am Tag zuvor mit einem Motorroller am Mekong nach Booten gesucht und etwa 20 Minuten vom Stadtzentrum entfernt ein potenzielles Boot gefunden. Josh hatte ebenfalls mit Chris telefoniert und ein E-Mail versprochen bekommen. Wir schauten in Joshs E-Mails und tatsächlich bekam er eine Mail von Chris, CC an “claudio@tonysleisch.ch”. Die E-Mail Adresse von Rob, der das Boot gekauft hat, funktionierte nicht, was wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten. Chris, die Pohoda und Rob waren vorerst eine Sackgasse.

Mit den Motorrollern sind wir zu dem Boot gefahren, das Andy am Tag zuvor gefunden hat. Ein Mann der kein Englisch spricht kommt auf uns zu und wir beginnen über den Preis zu verhandeln. Im Laufe der Verhandlungen, die in 3 Währungen (Baht, Kip und Dollar) stattfanden, ging der Preis von 300 Dollar auf 10’000 Dollar, dann wieder runter auf 3’000 Dollar. Wir merkten dass der Mann gar nicht weiss was für Zahlen er nennt und wahrscheinlich nicht mal der Besitzer des Bootes ist.

"Ten... eeeeehhhhh... thousand." "Baht?" "Dollar!"

Etwas entmutigt aber immernoch mit dem Plan, ein Boot zu kaufen, gingen wir Abends ein paar Bier trinken. Josh schlug vor, dass wir am nächsten Tag nach Thakek fahren, Motorroller mieten und “the loop” machen, eine etwa 3 tägige Strecke mit Guesthouses und vielen Höhlen, die man besichtigen kann. Danach könnten wir versuchen in Thakek ein Boot zu finden. Im Restaurant trafen wir einen Jungen aus einem Dorf ausserhalb von Vientiane, etwa 17 Jahre alt, der meinte, in seinem Dorf gäbe es einige Boote zu verkaufen. Wir verabredeten uns mit ihm für den nächsten Tag und haben entschieden, nach Thakek zu gehen, sollte dieser Versuch erfolglos verlaufen.

Am nächsten Morgen stiess Scott zur Gruppe dazu, ein Freund von Josh und ebenfalls Amerikaner. Leider waren die Boote, die wir in dem Dorf fanden, zu klein und so schmal, dass sie bei jeder Bewegung fast kenterten. Wir packten unsere Sachen und fuhren nach Thakek.

"We could tie two of them together..."

Fortsetzung folgt…



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Über den Autor

Claudio M. Mettler

Mein Name ist Claudio M. Mettler. Ich bin 26 Jahre alt.

Seit Dezember 08 bin ich auf Reisen und möchte nicht mehr zurück ins normale Leben.

Hier dokumentiere ich meine Abenteuer und den Reisealltag.

Mein Zuhause im Cyberspace ist Ponyfleisch.ch