Das Boot - Teil 4 6. April 2009

Was man in Laos nicht machen sollte, ist von einem Hund gebissen werden.

Als wir auf der Suche nach einem Restaurant für ein gutes Abendessen waren, wurde Scott von einem äusserst hässlichen Hund gebissen. Der Hund sah gesund aus und war kein Streuner, seine Besitzer hatten einen kleinen Laden am Strassenrand. Scott streichelte ihn und der Hund schnappte zu. Scott verpasste dem Hund nach dem Biss zwei Fusstritte zum Schrecken der Besitzer aber zu meinem Amusement.

Anfangs hat die Wunde nicht mal geblutet, später kam aber ein wenig Blut heraus und wir fragten uns, wie gefährlich das ist, wenn man in so einem Fall nicht gegen Tollwut geimpft ist. Scott, als gesundheitsunterversorgter US Amerikaner, war natürlich nicht geimpft.

Wir liefen ins Spital in Savannakhet, wo er eine Tollwutimpfung erhielt. Andy find an, die Packungsbeilage der Impfung zu lesen während die Krankenschwestern Scott wieder auf die Strasse stellen wollten.

Südostasiatische Krankenschwestern sind in unseren Fantasien meist viel hübscher als in Realität

“This says he still needs Immunoglobulin shots.”

Die Verständigung war schwierig, da nicht immer jemand der Englisch konnte anwesend war. Wir fanden dann aber heraus, dass es in Savannakhet kein Immunoglobulin gibt. Die angemessene Reaktion auf eine Tollwutansteckung ist “sterben”.

Es war mittlerweile gegen Mitternacht und wir riefen Cedi in der Schweiz an, der für uns etwas Internet- und Telefonrecherche betreiben konnte. Für Scotts Freunde in Amerika war zeitzonenbedingt Schlafenszeit. Was wir herausfanden:

  • In Laos gibt es kein Immunoglobulin
  • In Thailand gibt es Immunoglobulin
  • Scott braucht Immunoglobulin innerhalb von 24 Stunden

Cedi gab uns die Nummer der amerikanischen Botschaft und Scott rief da an. Wir scherzten dass wahrscheinlich in 15 Minuten ein Helikopter auftaucht um Scott abzuholen, da er Amerikaner sei. Es war etwas unspektakulärer: Die Botschaft rief zurück und teilte Scott mit, welches das nächste Spital in Thailand mit Immunoglobulin ist.

Wir fanden kein Restaurant mehr, gingen zurück ins Guesthouse, feierten Teros Geburtstag (er hatte einen Tag nach Josh Geburtstag), machten ein paar Witze über Tollwut und gingen schlafen.

Am nächsten Morgen machte sich Scott auf den Weg nach Thailand und Andy, Tero, Josh, Dominique und ich gingen Frühstücken. Beim Frühstück entschieden wir uns dann, anstelle von Scott Dominique mitzunehmen. Wir spannten die Besitzerin des Guesthouses als Taxifahrerin ein, luden ihr Fahrzeug voll, beluden das Boot und tuckerten los.

Aufbruchsstimmung

Fortsetzung folgt…



Kommentieren


Über den Autor

Claudio M. Mettler

Mein Name ist Claudio M. Mettler. Ich bin 26 Jahre alt.

Seit Dezember 08 bin ich auf Reisen und möchte nicht mehr zurück ins normale Leben.

Hier dokumentiere ich meine Abenteuer und den Reisealltag.

Mein Zuhause im Cyberspace ist Ponyfleisch.ch