Das Boot - Teil 5 6. April 2009

Wir waren endlich auf dem Mekong mit unserem Boot und nannten uns gegenseitig “Co-Captain”.

Co-Captain Josh

Wir planten, flussaufwärts bis nach Vientiane zu fahren, was schätzungsweise 10 Tage dauern würde. Danach würden Josh und Andy sich auf den Heimweg machen, Tero und ich könnten schauen, ob wir mit dem Boot weiter nach Luang Prabang gehen oder es in Vientiane verkaufen.

Abends haben wir jeweils kurz vor der Dämmerung eine Insel, einen Strand oder ein Städchen am Rand des Mekongs gesucht um zu übernachten. Einige Highlights der ersten Tage:

Unterkunft für die erste Nacht

Am ersten Abend haben wir eine Art Campingplatz auf der Thailand Seite gefunden. Die Besitzerin hat uns erlaubt, ihre Küche zu benutzen und auf der Wiese zu übernachten.

Tubing im Mekong

Das Tubing war spassig, auch wenn wir dabei eine ganze Menge Mekong-Wasser geschluckt haben.

Schmuggler? Rebellen? Jäger?

Am zweiten Tag brauchten wir Benzin. Wir sind hier an Land gegangen, zu dem Haus gelaufen, haben einem der Männer, die wir dort trafen den Benzinkanister und Geld in die Hand gedrückt und er hat sich mit seinem Motorroller auf den Weg zur Tankstelle gemacht. In der Zwischenzeit haben wir uns gefragt, was die Leute, die den ganzen Tag hier vor dem Haus sitzen, so machen. Im Hintergrund sahen wir Waffen rumstehen. Ich glaube ein Jagdgewehr gesehen zu haben, und noch etwas gewehrartiges mit trompetenförmiger Mündung. Die anderen sagen, es waren Kalashnikovs und Raketenwerfer.

Das Camp für die zweite Nacht

Die zweite Nacht haben wir auf einer Sandinsel verbracht. Teros Essen war super, die Stimmung war gut, die Umgebung paradiesisch. Ein Traum.

Josh beim Fischen - gefangen hat er nichts.

Geschlafen haben wir mit freiem Blick auf die Sterne, einem Feuer neben uns und einem Bier in der Hand.

Dritter Abend

Am dritten Tag habe ich nach dem Schwimmen meine Hose auf das Bootsdach gelegt um sie in der Sonne zu trocknen. Der Fahrtwind hat sie in den Mekong befördert. Am Abend kamen wir dann in Thakek an, und ich hoffte, dass es nicht auffällt, dass ich in meinen Boxershorts herumlaufe. Ich wollte mein restliches Gepäck, gut verstaut im hinteren Teil des Bootes, nicht auspacken. Dominique hat mir am Markt neue Hosen gekauft während ich im Internet Cafe sass.

Wir entschieden, dass zwei von uns auf dem Boot schlafen würden, damit nichts gestohlen wird. Die anderen drei gingen ins Guesthouse. Josh und ich haben uns freiwillig für den Bootswachdienst gemeldet.

Paradies mit leichtem Regen

Am nächsten Abend haben wir wieder eine paradiesische Insel gefunden, haben uns aber zum Schutz vor dem leichten Regen ein Dach gebaut. Der Regen hörte auf, aber bevor wir schlafen gingen sahen wir in der Ferne Blitze.

Am Morgen, gerade als es hell wurde, kam das Gewitter dann zu uns. Zuerst stürmischer Regen, der uns fast die Blache wegriss. Wir lagen unter der Blache und hielten sie mit allen verfügbaren Händen fest. Danach kamen die Blitze näher und wir kriegten es mit der Angst zu tun. Wir hatten keinen Plan B, und auf einer Insel zu sitzen bei einem Gewitter ist gefährlich. Das Gewitter verschwand aber wieder und wir konnten unversehrt weiterfahren.

Laos ist so arm, die können sich nicht mal Wände für die Schulen leisten

Wir besuchten ein Dorf auf der Laos-Seite des Mekong um Nudelsuppe zu essen. Ein Lehrer der lokalen Schule sprach mit uns, weil er der einzige Mensch im Dorf war, der Englisch konnte. Er zeigte uns die Schule.

Ein Besuch von Ausländern in so einem Dorf erregt immer viel Aufmerksamkeit, so waren wir bei unserer Ankunft und auch bei unserer Abfahrt unter der genauen Beobachtung von zahlreichen Dorfbewohnern, die den Hang hinunter spähten.

Die Kinder sind meistens aufgedreht und fröhlich während die älteren skeptisch herunterspähen.

Es folgte eine Nacht auf einer grösseren Insel mit einem kleinen Wald. Der Strand war etwas sumpfig und so wurden wir auch von zahlreichen Insekten angegriffen. Nach Einbruch der Dunkelheit kam ein Mann, der Frösche einsammelte. Hier kann man Frösche in Schachteln auf dem Markt kaufen.

Fortsetzung folgt…



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Über den Autor

Claudio M. Mettler

Mein Name ist Claudio M. Mettler. Ich bin 26 Jahre alt.

Seit Dezember 08 bin ich auf Reisen und möchte nicht mehr zurück ins normale Leben.

Hier dokumentiere ich meine Abenteuer und den Reisealltag.

Mein Zuhause im Cyberspace ist Ponyfleisch.ch