Das Boot - Teil 8 7. April 2009
Am Tag nach dem Gewitter hielten wir in einer kleinen thailändischen Stadt für ein Mittagessen.
Ich hatte immernoch gelegentliche Magenkrämpfe und keinen Appetit. Als wir am Nachmittag weiterfuhren, bekam ich zudem Fieber und Kopfweh, das die ganze Fahrt bis zur Abenddämmerung anhielt.

Eine Wagenladung Thai Schulmädchen
Wenn man eine Woche lang ohne Mosquitonetz und Antimalaria-Medikamente in einem Malarialand im freien schläft, sollte man Malariasymptome ernst nehmen. Das Risiko ist zwar immer noch sehr klein, aber wie bei Tollwut ist eine schnelle Reaktion entscheidend.
Nach einigen Telefonanrufen in die Schweiz habe ich dann beschlossen, sobald wir in Paksan sind, das Boot zu verlassen und mit dem Bus nach Vientiane zu gehen um einen Malariatest zu machen. Paksan würden wir aber erst am nächsten Tag erreichen, also lag eine Nacht am Strand vor uns. Die Antimalaria-Medikamente, die ich dabei hatte aber nie gebraucht habe, kann man in höherer Dosis als Sofortbehandlung verwenden, und so habe ich 4 Tabletten geschluckt und gehofft, dass mir das wenigstens ein Erlebnis psychedelischer Natur beschert.
Die Nacht fing wieder mit Blitzen in der Ferne an, direkt über uns sahen wir aber die Sterne und so blieb es dann auch die ganze Nacht. Am Morgen war mein Fieber weg und ich konnte Malaria ausschliessen. Gesund fühlte ich mich trotzdem nicht, und so überlegte ich während der Fahrt nach Paksan, was ich genau machen sollte.
Gegen Mittag kamen wir in Paksan an, und Andy verliess das Boot und ging nach Thailand für seinen Heimflug. Plötzlich war die Motivation aller Co-Captians, die Fahrt weiterzuführen, verschwunden und neue Pläne wurden geschmiedet.
Josh wollte schnellstmöglich in den Süden von Laos, zu den Fourthousand Islands. Uns allen gefiel die Idee, wir hatten aber immernoch ein Boot zu verkaufen. Erstaunlicherweise waren wir uns alle einig, dass wir das Boot auch verschenken würden, wenn wir keinen Käufer finden. In Paksan hat es sehr wenig Backpacker und Touristen, wir könnten das Boot aber einem Fischer oder sonst einem Einheimischen schenken. Ich fragte mich, wie wir jemandem ein Boot schenken können, ohne eine gemeinsame Sprache zu sprechen. Joshs Ziel war, am nächsten Morgen gegen 11 Uhr einen Bus zu nehmen.
“Do you really expect that we can get rid of that boat during breakfast? You’re crazy!”
Fortsetzung folgt…