Singapur June 1st, 2009
Jawoll, Singapur. Eine Stadt-Staat-Insel am untersten Zipfel des halbinslichen (“peninsular” in Englisch) Malaysien mit einer faszinierenden Geschichte und merkwürdigen Regeln.
Schon eine ganze Weile war ich fasziniert von Singapur, und nachdem ich in Vietnam einige Singalesen kennengelernt habe, habe ich mir vorgenommen, in Singapur vorbeizuschauen.
Von Kuala Lumpur kommt man bequem und günstig mit dem Zug nach Singapur. Auf der immigration card, die man beim Grenzübertritt zum ausfüllen ausgehändigt bekommt, steht in grossen roten Lettern was jeder eigentlich schon wissen sollte: DEATH TO DRUG TRAFFICKERS IN SINGAPORE.
An dieser Stelle eine kleine Geschichte aus Laos:
Bevor wir Bootsbesitzer in Laos waren, haben Tero und ich einige Tage in Vientiane, der Hauptstadt von Laos verbracht. Übernachtet haben wir in einem günstigen (sprich: heruntergekommenen) Guesthouse, in einem grossen Schlafsaal mit ca. 20-30 Betten und einem kleinen Balkon.
Eines morgens wachte Tero auf, zog seine Hose an und fand einen dicken Beutel Marihuana in seiner Hosentasche. Etwas verwirrt haben wir uns entschieden, den Beutel in einem Blumentopf auf dem Balkon zu verstecken und nicht weiter darüber nachzudenken.
Am Abend wollten wir dann den kuriosen Fund unseren neuen Bekannten und zukünftigen Boots-Mitbesitzern zeigen. Tero griff in den Blumentopf und fand…
zwei dicke Beutel Marihuana.
Die Moral von der Geschichte ist: Falls du in Vientiane Marihuana suchst, schau in den Blumentöpfen nach. Sei dir immer 100% sicher, dass dein Gepäck clean ist, bevor du eine Landesgrenze übertrittst.
Ich war also ein wenig nervös, ohne dass ich einen Grund gehabt hätte und habe sichergestellt, dass ich wirklich nur meine eigenen Besitztümer mit mir herumtrug.
Abends um neun fand ich mich dann irgendwo in Singapur und irrte zuerst ziellos herum, bevor ich ein Strassenrestaurant (Murtabak! mmmh!) fand, in welchem praktischerweise auch gleich ein Taxifahrer sass.
Dem Taxifahrer hab ich die Adresse des Habitat Hostels gegeben, welche ich in Kuala Lumpur von Wikitravel.org rausgeschrieben mit der Digitalkamera vom Bildschirm abfotografiert habe.
Angekommen im Hostel stellte sich heraus, dass das Hostel erst gerade eröffnet wurde, ich der fünfte Gast war und Cheryl, eine der Besitzerinnen, das Hostel gerade am Tag zuvor bei Wikitravel eingetragen hat. Ein Bett in einem futuristischen Schlafsaal kostet etwa 30 Fr. pro Nacht, ein ganz schöner Betrag. Dafür ist das Hostel definitiv das interessanteste und sauberste, das ich bisher gesehen habe. Die Besitzerinnen sind zwei Mädchen in meinem Alter.
Vor dem Schlafengehen ging ich etwas in der Orchard Road spazieren, setzte mich in eine Bar und bestellte ein Bier.