Ende mit der Vielfliegerei July 15th, 2009

Die berühmt-berüchtigte Chulia Street in Georgetown, Malaysia

Nach den urbanen Abenteuern in Hong Kong, Korea und Tokyo und dem wilden herum-jetten in Asien war es wiedermal Zeit für eine etwas budgetfreundlichere Reiseart. Mir fehlten die fahrten in holprigen Bussen und die endlosen einsamen Zugfahrten. Ich war praktisch pleite, wartete auf Aufträge aus der Schweiz und musste mir überlegen, wo ich bis zur Besserung der finanziellen Umstände unterkommen sollte.

WIe man günstig aus Phuket rauskommt, weiss ich mittlerweile. Man stellt sich an die Strasse, wartet auf den öffentlichen Bus, fährt damit nach Phuket Town zum Busbahnhof und wählt dort sein nächstes Ziel.

Im klapprigen Bus kam dann seit langem wiedermal dieses Gefühl der völligen Freiheit auf. Frei von Verantwortung, frei von Terminen jeglicher Art konnte ich spontan entscheiden, wohin es als nächstes geht.

Mein ursprünglicher Plan sah vor, nach Australien zum Duke zu gehen wenn mir das Geld ausgeht und da nach Arbeit suchen. Ich wollte aber noch nicht. Nein, ich habe Indonesien noch nicht gesehen, und Malaysien habe ich auch nur angeschnitten, und wer weiss, vielleicht würde ich es ja noch auf die Philippinnen schaffen, wenn ich in Asien bleiben und auf den richtigen Moment waren würde. Kein Australien für den Moment. Geld habe ich trotzdem fast keins mehr, aber da wird sich eine Lösung finden lassen.

Ich kaufte mir in Phuket Town ein Bus Ticket nach Surat Thani um dann, wie schon vor einigen Monaten, den Nachtzug nach Butterworth, Malaysia zu nehmen. Georgetown, das ich damals für 2 Tage besucht habe, schien genau das richtige zu sein für den Moment.

Der Zug fährt um 00:50. Die ruhige Nacht-Stimmung am Bahnhof in Surat Thani ist etwas spezielles. Einerseits ruhig, andererseits trotzdem lebendig. Schwierig zu beschreiben. Früh morgens wird man für den Grenzübertritt aus dem Bett geholt und während man seinen Pass gestempelt bekommt, werden die Schlafwagen in normale Sitzwagen umgewandelt. Die restlichen Stunden bis zur Ankunft in Butterworth am frühen Nachmittag sind im Sitzen zu bewältigen. Die Klimaanlage ist voll aufgedreht, wie üblich. Irgendwann wächst mir hier ein Fell.

Von Butterworth kommt man für etwa 75 Rappen mit der Fähre nach Georgetown auf der Insel Penang.

In Georgetown suchte ich mir dann ein günstiges Hotel an der Chulia Street. Und hier bin ich jetzt, in der Gegenwart. Schon seit zweieinhalb Wochen.
Mein Hotelzimmer ist winzig, ich habe keine Bettdecke und die Klimaanlage funktioniert nicht, dafür habe ich einen Ventilator.

Mein 6 Fr. Hotelzimmer

Ein Tisch wäre Luxus.


Das Hotel ist Zugleich noch Wechselstube, Reiseagentur, Internetkaffee und Motorrollervermietung. Mit dem Besitzer habe ich eine Tagespauschale von 3 Fr. für die Internetnutzung mit meinem eigenen Laptop ausgemacht. Das kostenlose Stadt-weite Wireless Internet funktioniert nicht.

Die Lobby

Hier sitze ich nun also, gebe ca. 15-20 Fr. pro Tag aus (Unterkunft, Internet, Essen) und unternehme nicht viel, ausser ab und zu ein Besuch im Kino (3 Fr. kostet das). Ich arbeite intensiv an meinen Zukunftsplänen und bin extrem zufrieden mit dem temporär einfachen, langweiligen Leben das ich seit fast 3 Wochen habe. Ab und zu passiert hier etwas Berichtenswertes, was ich mir für zukunftige Einträge aufhebe. Als kleinen Vorgeschmack zeige ich euch hier aber ein Bild einer schwimmenden Ex-Ratte:

Der Typ mit der Flöte ist mir allerdings noch nicht begegnet.



2 Responses to “Ende mit der Vielfliegerei”

  1. hardman Says:

    hey ponyfleisch!
    bin immer noch fasziniert von deinem mut, das ganze anzupacken. mittlerweile hälst du es doch schon wesentlich länger aus, als einige gewettet haben, gratulation.
    ich hatte soeben thailändisch zumittag gegessen – inkl. singha bier :-) ich muss unbedingt auch mal nach thailand und “the beach” ablaufen…
    du schreibst gut – kürzer und präziser – guter sprachfluss. du scheinst augeglichen, gelassen und frei. ob es auch mit den abnehmenden bier(exzessen) korreliert, von denen man inzwischen fast nichts mehr liest?
    beste grüsse aus luzern
    martin

  2. Claudio Says:

    merci!

    die bierexzesse haben in china abrupt aufgehört, das ist so. das ist aber nicht immer nur gut, manchmal wäre der ein oder andere bierexzess auch ganz gut für den seelenfrieden ;) aber schlussendlich geht die bilanz auf.

    thailand kann ich nur empfehlen.. wenns geht, nimm dir aber 2 monate zeit und mach grad laos, vietnam, cambodia auch noch :)

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Über den Autor

Claudio M. Mettler

Mein Name ist Claudio M. Mettler. Ich bin 26 Jahre alt.

Seit Dezember 08 bin ich auf Reisen und möchte nicht mehr zurück ins normale Leben.

Hier dokumentiere ich meine Abenteuer und den Reisealltag.

Mein Zuhause im Cyberspace ist Ponyfleisch.ch