Korea, das Land der Verrückten July 9th, 2009

Eine Strasse in Seoul. Das Bild hat Seltenheitswert, da man keinen Betrunkenen auf der Strasse liegen sieht.

Eigentlich wollte ich in Qingdao gleich weiter nach Korea mit der Fähre. Ich habe es vom Flughafen nicht rechtzeitig zum Fährenterminal geschafft und war so zu zwei Tagen in Qingdao verdonnert. Durch Zufall fand ich bereits auf dem Weg zum Fährenterminal ein Hostel, in welchem ich mich später niederliess.

Ich weiss absolut nicht, was ich über Qingdao schreiben soll, da ich dort die üblichen unspektakulären Sachen gemacht habe. Nach zwei Tagen ging die nächste nächtliche Fähre nach Incheon in Südkorea.

Auf der Fähre bin ich sehr spät eingeschlafen und darum auch nur mit Mühe rechtzeitig erwacht. Man würde ja meinen, man werde auf so einer Fähre aus dem Zimmer geholt wenn man definitiv vom Schiff gehen sollte. Diese Koreanerinnen sind aber zu höflich. Ich hatte ausserdem meine Uhr nicht nachgestellt und die Ankunfszeit auf dem Ticket war natürlich in Korea-Zeit.

Unter dem Eindruck, noch viel Zeit zu haben, begab ich mich auf den Flur, blieb stehen um herzhaft zu Gähnen und wollte mich auf den Weg zu den Toiletten machen, als eine der Stewardessen im Eilschritt auf mich zusteuerte. “NO NO NO!” sagte sie, was vermutlich koreanisch ist für “WAS MACHST DU NOCH HIER? RAUS, SCHNELL”. Ich erwachte etwas schneller als geplant, liess mich von ihr zurück ins Zimmer hetzen, packte mein Gepäck und eilte mit der Dame zum Ausgang. Wilkommen in Korea.

Go bzw. Baduk, wie es in Korea genannt wird. Zu gerne hätte ich zugeschaut und später selber eine Partie gespielt, aber ich war auf dem Weg ins Kino.

In Seoul habe ich dann per iPhone und Wi-Fi ein Guesthouse namens “Kims Guesthouse” gefunden. In Korea heissen grundsätzlich alle Kim.

Abends bin ich mit drei Leuten aus dem Guesthouse in die Ausgangsgegend neben der Hongik University. Alvin aus Singapur hatte ein Korean Phrasebook dabei, welches zu unserem Amusement auch ein Schmuddelkapitel hatte. Wir waren gerüstet für Smalltalk. Ich weiss immer noch, was “easy, tiger” auf koreanisch heisst.

In Seoul habe ich aussdem den Phil getroffen, den ich eigentlich in Tokyo treffen wollte. Wir haben uns eine Lasershow über einem kleinen Fluss mitten in Seoul angeschaut. Speziell.

Was man in Korea viel zu viel sieht sind betrunkene Koreaner. Die sind des öfteren auch ganz schön im Anzug unterwegs, aber torkeln, singen oder liegen auf der Strasse. Ich habe einen Taxifahrer gesehen, der angehalten hat, ausgestiegen ist und versucht hat, einen auf der Strasse liegenden Mann dazu zu bewegen, den Weg frei zu machen. Good times.

Nach einigen Tagen Seoul ging ich mit dem Zug nach Busan, um Joshua zu treffen, den ich in Beijing kennengerlent habe. Joshua ist Amerikaner und arbeitet als Englischlehrer in Korea. Seine Geschichte ist interessant: Er war zwei Jahre lang arbeits- und obdachlos in Amerika unterwegs als er etwa 18 war.

Joshua ist zu hardcore für nur eine Zigarette

Asiaten haben eine Vorliebe für exorbitant hässliche Tiere

Einer von Joshuas Freunden, ein Afroamerikaner mit Rastas, war ein etwas verwirrender Gesprächpartner. Er glaubt nicht an die Einkommenssteuer. Ausserdem ist er ein grosser Gegner von Kondomen und kennt einen Arzt in Honduras, der HIV heilen kann. Was man nicht so alles lernt.

In Korea ist so einer aber höchstens mittelmässig verrückt, denn die Südkoreaner glauben, dass Ventilatoren tödlich sind. Die Nordkoreaner glauben, dass ihr Führer das Wetter beeinflussen kann, aber denen kann man das nicht übel nehmen.

Die Nacht endete morgens völlig übermüdet am Strand, wo ich ein angeschwemmtes Portemonnaie mit Führerschein, 4 Kreditkarten und Foto der Freundin des Besitzers fand. Ich habe es am nächsten 24h Shop abgegeben. Das Foto hätte ich gerne behalten.

Nach fünf Tagen Seoul und zwei Tagen in Busan wurde es Zeit, mit dem Eisenvogel Richtung Japan zu fliegen.



One Response to “Korea, das Land der Verrückten”

  1. Tamtam Says:

    Windhunde sind nicht HÄSSLICH!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!NEIN SIE SIND SÜßß!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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Über den Autor

Claudio M. Mettler

Mein Name ist Claudio M. Mettler. Ich bin 26 Jahre alt.

Seit Dezember 08 bin ich auf Reisen und möchte nicht mehr zurück ins normale Leben.

Hier dokumentiere ich meine Abenteuer und den Reisealltag.

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