Hong Kong 7. Juli 2010

Dieser Eintrag beschreibt meinen zweiten Besuch in Hong Kong, der im Februar dieses Jahres stattgefunden hat. Seither habe ich einige weitere Länder angeschaut und bin dann im Juni wieder zurück in die Schweiz gegangen. Weil ich den grössten Teil dieses Artikels schon vor längerem geschrieben habe, veröffentliche ich den noch. Danach folgt eine Zusammenfassung der letzten 4 Monate und ein paar weitere Infos. Also, wie immer, alles der Reihe nach…
Ach, Hong Kong. Nicht gerade eine der günstigsten Städte in Asien, aber eine der interessantesten. Multikultureller Treffpunkt und Mix zwischen China und einer typischen ehemaligen britischen Kolonie. Chaotisch, überfüllt und trotzdem ordentlich.
Ich wollte ja zurück auf das chinesische Festland, dafür brauchte ich aber erst mal ein Visum, welches man in Hong Kong beantragen kann. Man sagte mir, das Visa Office sei während den Chinesisch-Neujahrsfeierlichkeiten geschlossen. Ich steckte also für etwa 2 Wochen in Hong Kong fest.


Mein Unterkunft war ein Hostel in einem Gebäude namens “Mirador Mansions”, welches gleich neben Chungking Mansions liegt und ebenso faszinierend und dreckig ist.
Im Hostel habe ich mich mit Chris angefreundet. Chris ist ein amerikanischer Biophysiker, der in Beijing arbeitet. Mit ihm und anderen Leuten aus dem Hostel haben wir jeweils Abends die Bars und Clubs unsicher gemacht. Während dem Neujahrsumzug haben wir vor einem 7-11 Bekanntschaft mit Lakowski gemacht, einem etwas älteren Amerikaner, der auf Jobsuche in Hong Kong war.

Chris links, Lakowski rechts.
Lakowski war etwas frustriert, weil seine Jobsuche bisher erfolglos verlief. Er hat pausenlos an einer Flasche billig-Whiskey genippt, während er in der anderen Hand eine Bierdose hielt. Wir haben vereinbart, zwei Tage später zusammen nach Macau zu gehen, um in den Casions dort etwas zu gamblen.


Wir haben unsere Bieridee durchgesetzt und sind eines Nachmittags per Fähre nach Macau gefahren. Nach einer angenehmen Begegnung mit einer mir wohlgesinnten Slot Machine haben wir uns mit Joey (siehe frühere Einträge) auf ein paar Bier getroffen. Danach gings zurück in die Casions. Chris und ich haben uns die Nacht mit Pokern um die Ohren geschlagen. Im Gegensatz zu mir hat Chris dabei mehr Geld gewonnen als verloren. Als wir uns früh morgens wieder auf den Weg nach Hong Kong machen wollten, fanden wir Lakowski nicht mehr und sind ohne ihn gegangen.
Später an diesem Tag kehrten wir in das Garden Hostel zurück und fanden folgende Notiz an der Türe:

Über die nächsten Tage hat uns Lakowski immer wieder unterhalten und uns gleichzeitig daran erinnert, dass wir nie so enden wollen.
Jeweils Sonntags benutzte eine Horde Filipinas den Aussenbereich des Garden Hostels für Karaoke. Das fing am späten Morgen in Hördistanz zu den Schlafräumen an. Wenn man sich aber mal aus dem Bett gequält hatte und sich neugierig auf die Terasse begab, wurde man mit Essen und freundlichen Blicken belohnt.


Hong Kong ist eine Stadt, die ich sicherlich immer wieder besuchen werde. Aber eigentlich denke ich das ja von fast jedem Ort, an dem ich war.




Nach drei Wochen habe ich es dann auch mit dem Visum für China auf die Reihe gekriegt und mir ein Zugticket von Hong Kong nach Beijing gekauft. Diese Zugfahrt ist eine Geschichte für sich.